Das schmutzige Gold

24. Juli 2008

Nein, es geht nicht um moralisch schmutziges Gold. Es geht um die Wiederverwertung von Müll. Lief bei hitec - und war recht interessant, zumal es meine Meinugn stützt, dass die heutige Mülltrennung nutzlos, wenn nicht kontraproduktiv ist.

Sehr interessant finde ich auch den Gedanken, Gebäude (und andere Produkte?) schon in Hinblick auf ihre Wiederverwertbarkeit zu entwerfen. Nur so läßt sich eine Konsumgesellschaft ökonomisch und okölogisch tragen.

Update: Der Spiegel berichtete über Müllentsorgung, was dem Heidelberger OB sauer aufstieß. Er zweifelt Vergleichszahlen an. Spiegel kontert: Hat Verivox errechnet. Dasselbe Verivox, das diese Woche schon bei Frontal 21 durch seine…sagen wir: besondere Definition von Verbraucherfreundlichkeit negativ auffiel?


Investigative Recherche von Zuhause aus: Vier Wochen “Junge Freiheit”

23. Juli 2008

14.6.08: Ein Werbebrief der “Jungen Freiheit” flatterte mir heute ins Haus: Ich solle doch wegen des “gefährlichen Linksrucks” der Republik ein Vier-Wochen-Probeabonnement beziehen und mir selbst ein objektives Bild der Umstände machen. Besonders schöner Satz am Ende:

“PS: Bitte antworten Sie möglichst heute noch. Der Linksruck in Deutschland verlangt jetzt von allen Patrioten den Einsatz für unser deutsches Vaterland.”

Solche rechtsaußen-Mainstream-Medien finde ich ja immer klasse, die Sezession hab ich auch schon einmal gekauft (wegen einer Ernst Jünger-Sonderausgabe) und freue mich seitdem über Mails von der “Konservativ Subversiven Aktion” (Achtung! Javascript!). Das ist so hanebüchen, dass man sich als Politikwissenschaftler nicht mal ansatzweise damit befasst. Das Abo nehme ich dennoch, und erstelle hier einen “Erlebnisbericht”, der dann am Ende der Bezugsphase veröffentlicht wird. Briefmarke auf eigene Rechnung? Pah, die Konservative Revolution hat’s doch! Im Folgenden meine - soviel darf ich vorwegnehmen: sehr amüsanten - Erlebnisse mit der JF.
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Ich, der Lehrer

22. Juli 2008

Didaktisch hielt ich mich immer für eine Niete. Die letzten beiden Tage an meiner ehemaligen Schule, dem PGN, haben mich da zumindest ein bisschen optimistischer gestimmt. Es lief wirklich klasse, auch wenn ich das ungerne dauerhaft machen würde (und vor allem nicht institutionalisiert als Lehrer). Und das Thema muss mich interessieren, wie in diesem Falle die innere Sicherheit.

Negatives: burks.de ist auf den Schulrechnern gesperrt. Das halte ich für politisch motiviert - und laste es der ultrakonservativen Schulleitung an, nichts gegen solche informatinsdemokratischen Missstände zu tun. Außerdem gehen weder das StudiVZ noch das SchülerVZ noch MeinVZ. Mit dem FickenVZ hingegen gibt es keine Probleme. Verstehe einer die bayrische Zensur. Die haben doch selber keine Ahnung. Außerdem darf man kritisch anmerken, dass unsere Steuergelder für Windows-Betriebssysteme, Office-Lizenzen und den Internet Explorer rausgeworfen werden.

Allen Beteiligten danke ich nochmal herzlich für ihr Interesse!


Leistungsdruck schafft sich Ventile: Doping und Krankheit

22. Juli 2008

Eine ARD-Doku enthüllt das unglaubliche Faktum, dass auch die Gesellschaft Chinas Doping im Sport betreibt. Wie konnte so etwas passieren? Herrscht dort etwa auch Leistungsdruck? Die Idiotie der Dokumacher grenzt an Fahrlässigkeit. Man glaubt, durch chinesische Verbote eine Reduktion der Dopingproblematik erreichen zu können. Und ein deutscher Wissenschaftler erbost sich Ernsthaft über die hohe Reinheit des Stoffes (!). Und Gendoping versucht man uns als das neue ultimative Böse zu verkaufen.

Dass selbiger krank macht, wird in einem Interview der TP mit Klaus Weber. Überraschendes ist vielleicht erst in Teil 2 zu erwarten. Die Erkenntisse decken sich weitgehend mit denen, die einem “die story” zum Thema Psychiatrie vermittelt. Wen die soziologische Seite interessiert, dem empfehle ich die Lektüre von Foucault.

Außerdem: Auftakt zu einer TP-Serie zu Gründen, die gegen Hirndoping sprechen. Ob allerdings das zweite Argument - Fairness - tatsächlich zieht, wage ich mal zu bezweifeln.


Freiheit und Zivilgesellschaft

21. Juli 2008

Vor einem guten halben Jahr habe ich mich von meinem ehemaligen Lehrer Konrad Brandmüller überreden lassen, nach meinem Semesterende ein paar Unterrichtseinheiten zu o.g. Thema zu halten. Das Resultat meiner eigenen Arbeit findet sich hier auf einer Portalseite.

Heute auf dem Programm standen die Programmpunkte Theorie und philosophischer Hintergrund, inhaltlich: Poppers offene Gesellschaft und Staatsrecht. Die Diskussion lief hervorragend, sowohl die im Unterricht wie auf die mit Christine Stahl (Weblinks hier), auch wenn diese leider meiner (provokativen) Frage auswich, woran man denn nach dem Versagen von Legislative und Exekutive erkennen soll, dass es Zeit ist, das Widerstandsrecht auszuüben. Schade.

Bilder finden sich hier, und morgen gibts dann noch einen Bericht über Tag zwei und ein Fazit.


Kriminalität genetisch bedingt?

21. Juli 2008

Die Telepolis berichtet über einen Zusammenhang von deviantem Verhalten und Genen bei Jugendlichen. Die STudie (deren Online-VErsion zum Zeitpunkt, da ich diese Zeilen schreibe, down war) legt aber zudem nahe, dass erst ein Zusammenspiel von genetischer Prädisposition und sozialen Komponenten zu Kriminalität oder Asozilität führt.


Methoden der Manipulation

19. Juli 2008

Verschwörungstheorien sind ja etwas sehr Witziges, sofern man sie nicht ernst nimmt. Das fand ich schon immer, und deshalb habe ich mich in der siebten Klasse auch köstlich bei der Lektüre der Bücher von Jan van Helsing amüsiert. (Die Geheimgesellschaften finden sich noch online, nur muss man nach entsprechenden torrents oder Servern suchen; und dazu fehlt mir gerade der Nerv.)

Toll fand ich auch das Büchlein “Methoden der Manipulation“, damals noch anonym aufgelegt, heute bekannterweise von Elias Erdmann. Eine hübsche Lektüre für kritische Sonntagnachmittage. Dem Inhalt würde ich nicht kritiklos vertrauen - leider geht ein Artikel von mein-parteibuch.com und vor allem ein Kommentar im entsprechenden Bereich stark in diese Richtung -, gerade die strukturellen Argumente sollte man als Sozialwissenschaftler aber zumindest zur Kenntnis nehmen (Stichwort: “Kostenlose Helfer”, Sozialisation).

Ich danke dem parteibuch weiterhin für den Hinweis auf die Schriftenreihe zur Nachrichtendienstpsychologie, in die ich mich gerade einlese.


Nicotine’s value

18. Juli 2008

Nikotin unterstützt Lernprozesse bzw. allgemein kognitive Leistungen. Aber wenn Nikotin eine Lerndroge ist, warum sind dann die ganzen quarzenden Hauptschüler nicht die Genies unserer Gesellschaft? (Ob das nun gegen Hauptschüler, gegen Nikotin oder die Gesellschaft spricht, überlasse ich der Interpretationskraft des geneigten Lesers.)

Und außerdem bringt auch Koffein kognitive Leistungssteigerung mit sich, jedenfalls in Extremsituationen: Die Erinnerung wirds nach Schlafentzug verbessert, genauer gesagt, die Fehlerinnerung wird reduziert.


Recherche

17. Juli 2008

Nein, es geht mal ausnahmsweise nicht um schlechte Recherche, sondern um eine Zeitung gleichen Namens. Die habe ich entdeckt, als ich nach meiner IB-Klausur noch 20 Minuten auf meine RB nach Nbg. warten durfte: Sehr prominent platziert am Erlanger Bahnhofskiosk. Ob der Name in Zeiten von Google sehr glücklich gewählt ist, mag dahingestellt sein, der Inhalt ist ausgezeichnet. Highlight: Der auch hier erwähnte Artikel von Jan Philipp Reemtsma. Unbedingte Empfehlung, die 2,90 sind super angelegt! Aus dem Editorial:

Konträr zur schon einige Jahrzehnte kursierenden Rede von der Krise der Geisteswissenschaften könnte genauso ein anhaltender Boom konstatiert werden - wenn der ungebrochene Zulauf von Studierenden, die Fülle signifikanter Publikationen oder symbolkräftige Initiativen wie das vergangene „Jahr der Geisteswissenschaften” als Indikatoren herangezogen werden. Zehntausende einschlägig beschäftigte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen allein im deutschen Sprachraum produzieren eine Fülle an Wissen, das allerdings hauptsächlich innerhalb der akademischen Welt zirkuliert. Die publizistischen Möglichkeiten, jenseits der Fachjournale und Tagungsbände eine größere Öffentlichkeit zu erreichen, engen sich tendenziell sogar ein.


Im luftleeren Raum?

16. Juli 2008

Wo arbeitet eigentlich die Mathematik? In der Theorie - oder in der Beschreibung der Wirklichkeit? Zwei sehr spannende Artikel zum selben Thema aus der linkskonservativen Zeit und der linksalternativen taz (Einordnung von mir - und man achte einmal darauf, worin sich die Argumentationen unterscheiden, und welche Themen angesprochen werden: Sozialstudie und Wissenschaftsrevolution in der taz, Hirnforschung in der Zeit).

Es geht um angeborenen Zahlensinn, um Gödel, das Endliche und das Unendliche. Es geht um gemobbte Forscher, die es wagen, an den Gründungsmythen und -heiligen der Disziplin zu zwiefeln. Und die zentrale Frage: Existieren gedachte Objekte und die Regeln, nach denen sie funktionieren real? Was wiederum zu der Frage führt: Was ist ein gedachtes Objekt? (Und, natürlich, was heißt eigentlich “existieren”?)