Wir sahen uns heute 28 Weeks later an. Soviel zur Tatsache. Nun zum Inhalt: Appetizer: sowohl die deutsche wie die englische Website des Films. (Unterschied: die deutsche Version des “infected Game” lädt in einem neuen Fenster, die englische seltsamerweise in einem neuen Tab. Und die deutsche Seite beinhaltet mehr Material und Informationen.) Das Spiel zum Film ist etwas makaber (und selbst für ein Flashgame eher ruckelig und schlecht bebildert), da man versucht, als Infzierter weiter zu infizieren – es kehrt das bekannte Gameplay von z.B. Resident Evil also um. Den Trailer gibts hier in verschiedenen Auflösungen nochmal zum Download.
Vor Kurzem schrieb ich über Zombiefilme im Allgemeinen und ihre soziologischen Dimensionen im Speziellen; dieser Film nun nimmt – metaphorisch – die Perspektive westlicher Truppen im Irakkrieg aus der “Green Zone” ein. Für den Film(genuss) bedeutet das: Befestigtes Gebiet, viele Brandbomben, bombiges Equipment, Gewalt durch Soldaten…Was den Genuss allerdings doch merklich trübt: Anscheinend ist in der Protagonistenfamilie Dämlichkeit y-gonosomal dominant erblich, erst holt der Sohn Mummy aus der Todeszone, dann küsst Daddy Mummy, sie beißt ihn aus Hass und er eröffnet Runde zwei der Epidemie.
Zur Kritik schreibt 5 Filmfreunde: “Echte Zombies rennen nicht. [...] Bei allen [gemeint: "Zombie"filmen mit schnellen Untoten", a.] musste ich feststellen, dass die schnellere Gangart den lebenden Toten mehr von ihrem Schrecken nahm, als sie an anderer Stelle hinzufügte.” Dem stimme ich zu, die Untoten bei Romeros frühen Klassikern gewannen ihren Horroeffekt daraus, omnipräsent, aber langsam zu sein; der Wettlauf mit den Verteidigern verlief nach dem Schema: Haben wir die Brücke vor dem Zombiemehr erreicht? Andererseits warteten Filme wie “Assault”, die auch auf massiver quantitativer und “immoralischer” Überlegenheit der “Bösen” beruhten, durchaus bereits mit schnellen Gegnerhorden auf.
Nervig ist allerdings vor allem in den Kampf- und Fluchtszenen der hektische Schnitt (bzw. die wackelige Kamera), was bis auf wenige Ausnahmen in Blair-Witch-Perspektive nicht besonders überzeugt. Der Soundtrack ist genial, wirkt aber permanent bekannt – mich erinnerte er an “Where is my mind?” von den Pixies, dem Schlusstrack von Fight Club.
Fazit: Das Virus hat sich entwickelt, die Protagonisten auch – Erstere zu ihrem Vor- Letztere zu ihrem Nachteil. Interessante Abwechslung zum klassischen Romero-Zombie, was den Film in jedem Falle für alle Horror- und Zimbiefans unentbehrlich macht.
Weiterführende Links für Informationsjunkies (Achtung, Spoilergefahr nicht ausgeschlossen!):
Wer noch Horrorrationen braucht: Devil’s Trade Unterhält eine ganze Weile auf hohem Niveau (auch per 5 Filmfreunde). Wem das nicht reicht, der kann ja mal real Ausnahmezustand spielen. Ceterum censeo: es schadet ohnehin nie, in Panik zu geraten. Quod erat demonstrandum.
[...] sich mühsam dahin und lebt nur von Effekten. Dem Film fehlt jede Art von kultureller Referenz – wie bei den genannten Filmen -, stattdessen driftet er ab ins Science Fiction-/Actiongenre. (Vergleich: Die Nightmare- und die [...]