Es ist pietätlos, sich mit historischen Vergleichen gegen Diskriminierung zu wehren

Wie wir wissen, soll man sich gegen Freiheitsberaubung wehren, solange man noch kann.

Zuerst holten sie die Raucher.
Ich schwieg, denn ich rauchte ja nicht.
Dann holten sie die Fettleibigen.
Ich schwieg, denn ich war ja schlank.
Dann holten sie die Trinker.
Ich schwieg, denn ich trank ja nicht.
Dann holten sie mich …
nur da war niemand mehr da, der protestieren konnte.

Das fiel mir ein, als es um die Diskussion eines m.E. guten Protestvorschlags ging. Die Idee ist zwar nicht neu: Ein Judenstern mit einem Hinweisdarauf, dass mit der diskriminierten Gruppe die Raucher gemeint sind. Ich hatte das in der Kollegstufe bereits praktiziert, als eine Raucherliste angelegt werden sollte (bzw. man uns bat, uns als Raucher erkennbar zu machen). Ich finde die Idee immer noch gut, und keineswegs geschmack- oder pietätlos. Im Gegenteil sollte der Zentralrat der Juden in diesem Falle doch bitteschön auch einmal die Opferperspektive anderer diskriminierter und verfolgter Gruppen einnehmen – wünschenswerterweise, bevor sie Opfer eines ähnlichen Schicksals werden wie die Juden im 20. Jhd.

Schwach auch das typisch deutsche Verhalten des Anbieters: Man entschuldigt sich. Als läge nicht der eigentliche Wert des T-Shirts gerade in der politischen Inkorrektheit.

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