Aus einem FAZ-Interview mit Peter Gauweiler und Franziska Drohsel entnommen:
„Und wie beurteilen Sie dann umgekehrt die Integrationsfähigkeit von Intensivtätern mit Migrationshintergrund?
Drohsel: Ich finde, da müssen wir als Gesellschaft darum kämpfen, dass junge Menschen eben nicht kriminell werden.
Gauweiler: Das hieße ja in der Konsequenz, dass überhaupt niemand mehr abgeschoben werden darf. Das sehe ich nun wirklich anders. Wenn niemand mehr da ist, der zur Not auch mal sagen kann, „Entschuldigung, das war jetzt endgültig zu viel, jetzt musst du raus“, kann ein Gemeinwesen nicht funktionieren.
Drohsel: Ein Gemeinwesen kann auch nicht funktionieren, wenn einem Teil der Menschen nur Rechte zweiter Klasse zugestanden werden. Uns sollte es darum gehen, Kriminalität nachhaltig zu bekämpfen. Und da müssen wir uns doch erst mal um ganz andere Sachen kümmern. Zum Beispiel: Welche Bildungschancen bieten wir den Zugezogenen? Welche Perspektiven eröffnen wir ihnen? Welche Möglichkeit geben wir ihnen, an unserer Gesellschaft zu partizipieren?“
Fett eingefärbt das, was ich als Eingeständnis einer implizit immer mitschwingenden konservativen Grundhaltung sehe (und worauf Frau Drohsel leider nicht eingeht): Eine soziale Gemeinschaft definiert sich dadurch, dass sie ausstößt. Nichts mit Universalität und christlicher „Gleichheit aller vor dem Herrn“, die immer gepredigt wird – ein Konservativer gibt hier ganz offen zu, dass sein Weltbild nur mit der Realität harmoniert, wenn es „die anderen“ gibt. Und im Kern denkt m.E. jeder Konservative so. Medien wie die Bildzeitung (das „kollektive Unbewußte der Nation“) und Politiker wie Herr Drohsel machen das nur immer wieder merklich. Ansonsten ein eher schwaches Interview ohne nennenswerten Mehrwert – leider von beiden Seiten.
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