Kauft Aktien, Deutsche!

Mein Wort zum Sonntag: Ich bin bekennender Anhänger dessen, was Peter Mühlbauer in der Telepolis sinngemäß als Happy-End-Propaganda bezeichnet. Auch ich halte börsennotierte Anlageprodukte (nämlich DAX-Indexzertifikate, weil sie m.E. die bequemste Form des Investments in einen Index darstellen). Was schreitb er am Schluss seines Artikels:

Die Zeiträume, mit denen versucht wird, langfristige Gewinnsicherheit zu belegen, sind ebenso wenig zufällig ausgesucht wie die Papiere. Insofern unterscheiden sich die Narrationsschemata von Anlageberatern nicht sehr von denen in Hollywood-Filmen oder Märchen: Anfang, Ende und Inhalt sind immer so gewählt, dass es am Schluss ein Happy End gibt. Im wirklichen Leben ist das aber keineswegs immer so. Es ist deshalb fraglich, ob solche Spekulationsaufrufe unter falscher Flagge auch noch steuerlich begünstigt werden sollten. Wenn ja, dann müsste konsequenterweise auch das Sammeln von Schallplatten, Filmen, Comics, Büchern oder Spielzeug subventioniert werden. Denn auch hier sind Wertsteigerungen- oder Minderungen möglich und wenig berechenbar. Allerdings mit dem Unterschied, dass der Sammler wenigstens Spaß an der Sache hatte, wenn auch der Wert seiner Sammlung im Alter nicht für die Zusatzrente ausreichen sollte.

Es ist nunmal so, dass Aktienanlagen auf lange Sicht die besten sind. Warum also ist ein langfristiges Investment, bspw. zur Alterssicherung, eine Spekulation? Und auch an einer Aktienanlage und deren Wachstum kann man seine (zugegeben protestantisch-kapitalistisch-asketische) Freude haben.

Ein alter Hut, aber ich empfehle die Werke Kostolanys.

Eine Antwort zu “Kauft Aktien, Deutsche!”

  1. NUB sagt:

    Es ist deshalb fraglich, ob solche Spekulationsaufrufe unter falscher Flagge auch noch steuerlich begünstigt werden sollten. Wenn ja, dann müsste konsequenterweise auch das Sammeln von Schallplatten, Filmen, Comics, Büchern oder Spielzeug subventioniert werden.

    Inhaltlich Zustimmung, aber das Wort “subventioniert” halte ich für falsch. Es ist zwar für steuerliche Begünstigungen gebräuchlich, suggeriert aber, man würde etwas bekommen. In Wirklichkeit wird einem nur weniger weggenommen.

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