Der Mensch ist von Natur aus gierig

Ich glaube fast, dass ich es doch nochmal mit dem libertären Manifest probieren sollte. Denn der Libertarismus ist momentan tatsächlich die politische Richtung, in die mich alles zieht und drängt.

Hat ein superreicher Manager wie Klaus Zumwinkel es nötig, den Fiskus um eine Million Euro zu prellen? Im Verhältnis zu seinem Millionenvermögen hätte der Postchef auf diese eine Million verzichten können – ohne Verlust an Lebensqualität und Wohlstand.[...]Die neuere Glücksforschung (Behavioral Economics) hat sich intensiv mit der Frage befasst, warum die Menschen ihren Verstand abgeben, wenn es ums Geld geht. Offenbar wird hier das Gesetz des abnehmenden Grenznutzens außer Kraft gesetzt, dem zufolge der Reiche mit der Zeit den Spaß an immer noch mehr Geld verlieren müsste.
Vom Geld aber können die Menschen nie genug kriegen. Gier gehört zur menschlichen Natur. Denn Geld macht zwar nicht glücklich. Aber alle, die Armen wie die Reichen, hoffen darauf, mehr Geld würde sie zufriedener machen im Vergleich zum Status quo, an den sie sich gewöhnt haben.

Wenn nun also der Mensch “von Natur aus” gierig ist: Mit welchem Recht handelt man dieser Natur dann derart krass zuwider, wie man es mit einem Spitzensteuersatz von 48% tut? Das ist wie das Abstinenzparadigma in der Suchtbekämpfung: Es funktioniert einfach nicht, weil es der “Natur” zuwiderläuft. Und weil es nicht funktioniert, versucht es sich restriktiv (d.h., durch Straf, Kriminalisierung etc.) durchzusetzen: Umso mehr es zum Scheitern verurteilt ist, desto heftiger wehrt es sich gegen ebendieses. Ein sozial(demokratisch)er Wunschtraum mag dies alles als gerecht beurteilen; eine humane (im Sinne von “die Menschen als das annehmend, was sie sind”) Politik ist es nicht.

Nachtrag: Video zum Thema:

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