Musical meets Splatter

Sweeney Todd, der neue Film mit Johnny Depp, läuft seit Donnerstag in den deutschen Kinos. Einen hübschen EInstieg gibts auf dieser multimedialen Website von Warner (mit diversen Scripts). Lauschen wir ersteinmal der Kritik in der Telepolis von Rüdiger Suchsland:

Filmisch ist “Sweeney Todd” ein Musical und ein Splatterfilm, und damit gleich doppelt ungemein modisch: “Hostel” meets “Chicago”, wenn man es so ausdrücken möchte. Es ist ein schwarzromantisches, aber auch skurriles Kino, zitatsatt von “Frankensteins Braut” bis “Addams Family”, von Boris Karloff bis Christopher Lee weckt der Film vor allem Erinnerungen an den klassischen Horrorfilm. Herrlich düster, mitunter auf die Schönheit des Makabren und Schaurigen, vor allem aber auf Ekelästhetik setzend – burleskes “Théâtre du Grand Guignol”, wie fast Burtons gesamtes Werk. Aber eben auch zuviel Subtext, zuwenig Substanz.

Die Kritiken waren allgemein nicht berauschend, wie der Pressespiegel zeigt. Und ich war nicht unbedingt berauscht. Unter einer Burton-Depp-Produktion verstehe ich etwas anderes. Der Musicalpart war schwach (was vielleicht daran liegt, dass ich Opern eher schätze als Operetten und Musicals), der Splatterpart langweilig im Vergleich zu anderen zeitgenössischen Produktionen, und die Kombination von beidem ein ziemlicher Reinfall. Heraus kam ein Brei aus düsterer Optik und pathetischer Akustik mit einem eher schwachen Depp und einer nicht wirklich überzeugenden Helena Bonham Carter, deren Charakter aber auch nicht besser gezeichnet war als der von Richter Turpin oder dem Büttel. Alles schwarzweiß.

Wäre es nur ein Splatterfilm. Aber da “Sweeney Todd” ab 16 ist kann niemand ernsthaft mit dieser Erwartung ins Kino gehen. So aber schlingert das ganze zwischen Teeny-Kreisch-Ekeleffekten und einem schwachen Musical. Das erste Splattermusical der westlichen Kulturwelt: DAS wäre ein innovatives Projekt gewesen. Burton und Depp (und Carter) hätten es zweifelsohne schultern können. Das war aber offensichtlich nie intendiert. Nein, kein empfehlenswerter Film.

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