Die Musikindustrie kapiert es nicht

Abonnement heißt: Wenn ich nicht mehr weiterbezahle, kann ich auch nichts mehr anhören. Richtig? Wenn Sie das Abonnement nicht verlängern, wird natürlich auch der Musikzugang gesperrt. Es wäre aber sogar vorstellbar, dass die Kunden die Musik teilweise eben nicht nur anhören können, sondern auch einige Titel downloaden und damit besitzen. Sie können sich so eine digitale Musiksammlung aufbauen.

Wie viel würde das kosten? Sechs bis acht Euro im Monat sind realistisch. Das ist halb so viel, wie eine CD kostet. Und bedenken Sie: Am Ende des Jahres würden Ihnen zusätzlich 40 oder 50 Lieder gehören.

Irgendwie klingt das so, als würde man noch versuchen, Kunden Online-News per Abonnement anzudrehen, für die sie die Hälfte dessen berappen, was für eine Tageszeitung fällig würde. Blödsinn. Das würde niemand in Anspruch nehmen – höchstens dann, wenn er auch wirklich eine Printzeitung bekäme (also hier: die CDs). Fakt ist: Diese Musikflatrate legalisiert nur, was die meisten Nutzer digitaler Musik ohnehin praktizieren.

Die neue Generation von Nutzern erlebt das als eine lächerliche Idee. Es gibt kein Unrechtsbewußtsein für „Raub“kopien, also wird jede Sanktion als unrechtmäßig erlebt und untergräbt das allgemeine Vertrauen in den Rechtsstaat (analog zu harten Strafen für den Umgang mit weichen Drogen). Gleichzeitig ist der illegalisiertte (!) Bezug digitaler Musikdateien so alltäglich und so weit verbreitet, dass ohnehin keine abschreckende Angst vor Strafe durchzusetzen wäre. (Lediglich Abmahnungen kommen regelmäßig vor, prägen aber ein sehr schlechtes, kundenfeindliches Bild der Musikindustrie.)

Also: Was tun, liebe Labels? Am einfachsten: Alles lassen wie es ist, viel Musik frei zugänglich machen, sich über verkaufte CDs freuen und der eigenen Branche beim unvermeidlichen Untergang (Achtung: Spekulation!) zugucken. Und als Künstler? Konzerte geben. Denn die kann man durch digitale Kopiermechanismen nicht ersetzen.

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