Jekyll & Hyde: Die Gespaltenheit der Volkswirtschaftler

Uwe Jean Heuser – zu dem es seltsamer Weise keinen Wikipediaartikel gibt – argumentiert in einem Zeit-Artikel gegen sein eigenes Alter Ego. Thema ist die Rolle der Staaten und Alan Greenspans in der aktuellen weltweiten Finanzkrise. Ist das symptomatisch für die Vordenker unserer Wirtschaft? Sind sie alle zwiegespalten – und woran liegt das, dass sie zu einem Thema stets die eine wie die andere Blickrichtung vertreten können und ihnen wohlfeile Argumente einfallen? Es wird sich bei der Wirtschaftsplauderei doch nicht etwa um postmodernen Sophismus handeln…

Ego: Du willst es nicht verstehen. Die Verteilung des Wohlstands wird von den Bedingungen in der Weltwirtschaft bestimmt, und die richten sich derzeit in der Tat oftmals gegen westliche Arbeitnehmer. Deswegen aber war ja gerade die Wachstumsphase so wichtig, denn dadurch konnte eine Spirale hoher Arbeitslosigkeit und fallender Löhne abgewendet werden.

Alter Ego: Das ist Deine traurige Theorie, die im Nachhinein nicht zu beweisen ist.

Ego: So wenig wie die Deine.

Eine Antwort

  1. Tach Herr Schmolk,

    in dem zu Grunde liegenden Artikel wird eine ziemlich komplexe Problemstellung behandelt. Ich denke, dass es in solchen Fällen nicht ungewöhnlich ist, dass pro und contra sich gegenüberstehen. Abgesehen davon ist sich die Ökonomenzunft keineswegs immer einig.
    Ich finde den Vergleich mit dem Sophismus ziemlich hart. Wenigstens ein bischen Wissen über die Materie ist in den letzten Jahrhunderten dann doch zusammengekommen und üblicherweise bemüht man dann doch empirische Verfahren oder theoretische (mathematische) Modelle zur Untermauerung der Argumentation.

    mfg
    Limabravo

Eine Antwort schreiben