Der Schildower Kreis

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Erklärt man den Drogenkonsum in diesem theoretischen Rahmen, erscheint er nicht mehr als rätselhaftes Ausnahmephänomen, sondern als geradezu kulturtypisches Verhalten. Für die Masse der Konsumenten haben Drogen heute weder eine religiöse Funktion noch sind sie Protestsymbol, sie dienen nicht der Bewusstseinserweiterung und nicht der unbewussten Selbstmedikation. All das kommt sicherlich noch vor, verständlich wird das Phänomen als Massenerscheinung aber nur, wenn man anerkennt, dass die Konsumenten vor allem einfach Spaß, Unterhaltung, Erlebnisse suchen, dass der Drogenkonsum der Gebrauch einer Ware zur Steigerung des Lebensgenusses ist, funktional auf einer Ebene mit dem Konsum von Medienprodukten, Handy-Kommunikationen, Surf-Reisen im Internet, Rockkonzerten, Sportveranstaltungen, Ferienreisen, Vergnügungsparks usw.

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Die meisten dieser Gesetze (betreffend Glücksspiel, Ehebruch, Homosexualität, Pornografie usw., einst ja bekanntermaßen auch Tabak und Alkohol) sind deshalb – und weil sie in einem liberalen Staat wertrational nicht zu legitimieren sind – auch bereits abgeschafft: Prohibition wurde durch Regulation ersetzt. (Quelle, Hervorhebungen von mir.)

Gute Sache: Ein Netzwerk zum Thema “Rationalisierung” der Drogenpolitik. Mitglieder sind u.a. Johannes Feest, Lorenz Böllinger und Heino Stöver. Es scheint gewisse Problemchen mit der technischen Seite der Unterzeichnung des Manifests zu geben, bislang jedenfalls bekam ich keine Bestätigungsmail. Ich habe auch einen Wikipediaartikel zur Sache angelegt, der zwar prompt zur Löschung vorgeschlagen wurde, für den sich aber auch Nutzer aussprachen.

(Edit: Hat nachträglich doch noch geklappt, auch wenn ich mir die Probleme vom Samstag icht erklären kann. Heute bekam ich eine normale Bestätigungsseite angezeigt und auch eine Mail zur Absegnung der Daten.)

Der Artikel “Repression oder Legalisierung? Ein drogenpolitisches Nachwort” ist ein ausgezeichneter Text, dem kaum etwas hinzuzufügen ist; insbesondere der letzte Absatz über die wert- und nicht nur zweckrationale Dimension des “Drogenproblems” ist sehr gelungen, kurz, bündig und aufschlussreich. Die Debatte ist in ihrem Kern normativ zu führen. Und genau das ist der Punkt, wo sowohl Befürworter wie Gegner der Prohibition ihre Kernthesen ansetzen. Dass die “Werte” der Befürworter praktisch gescheiter sind, sehen wir überall: Abstinenz ist keine Kategorie in unserer Konsumgesellschaft.

Was die Polizei – oder selbsternannte Polizeiexperten, ich kann das Forum nicht recht beurteilen, es ist jedenfalls offen für jedermann – vom Schildower Kreis hält, kann man übrigens hier im CopZone-Forum nachlesen. Die Meinungen divergieren natürlich, schließlich sind auch Polizisten Menschen; aber gerade der Threadstarter scheint doch ein recht vernünftiger Zeitgenosse zu sein. Die meisten User des Forums reiten aber recht eindeutig eine repressive Schiene.

2 Antworten

  1. Ola!

    Ich hatte keine Probleme das Manifest zu unterzeichnen und bei Dir scheint es ja nun auch noch geklappt zu haben ;)

    Magst Du den Hinweis auf technische Probleme wieder löschen?

    Mit hanfigen Grüßen
    Steffen

  2. Ey freilich ^^

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