Das Tibet-Syndrom

Meistens sind das ja die schlimmsten Gutmenschen, die “Pro Tibet”-Aufkleber auf ihr Auto pappen oder Fähnlein schwenken. Bei Gutmenschen steht bekanntlich die Bereitschaft zur kritischen Reflexion ihrer Ansichten in reziprokem Verhältnis zur Überzeugung von der moralischen Bedeutsamkeit ihres Anliegens. Folglich ist der Sturm, den man erntet, so man kritischen Wind sät, enorm – weshalb vielen Gutmenschenansichten nicht widersprochen wird. Also freuen wir uns über diesen Artikel aus der Telepolis – er räumt mit dem Glauben an die fast schon metaphysische Friedfertigkeit des Dalai Lama auf und ordnet ihnda ein, wo er hingehört: In die Kartei der Machtpolitiker mit definierten Interessen. Das nimmt dem Mann möglicherweise ein Stückchen seiner (moralinsauren) Legitimität, dient aber sicherlich der Richtigstellung einiger Fakten. Zitat Colin Goldner:

[TP:] Kritiker des Dalai Lamas geraten schnell in den Verdacht, Menschenrechtsverletzungen der chinesischen Regierung zu verteidigen. Verstehen Sie diese Befürchtungen?

Ich halte das für eine simple Strategie zur Abwehr berechtigter Kritik. Wer gegen den Dalai Lama und das von ihm vertretenen feudal-theokratische Herrschaftssystem des “alten Tibet” ist, muss nicht notwendigerweise für die chinesische Militärdiktatur sein. Allerdings: Was immer von den Chinesen nach 1959 an Falschem und seinerseits Unterdrückendem in Tibet eingeführt wurde, sie schafften Schuldverknechtung, Sklaverei und Leibeigenschaft ab, und damit die menschenunwürdigen Verhältnisse, unter denen die große Masse der Bevölkerung dahinvegetierte, ausgebeutet bis aufs Blut von einer alles beherrschenden Clique aus Adel und hohem Klerus.

2 Antworten

  1. Undankbares Volk, diese Tibeter: Über 1,2 mio. Tibeter wurden seit der Besetzung Tibets durch China vom elend ihres Daseins “befreit” – Oneway-Ticket Nirvana – und diese Einfaltspinsel beklagen sich sogar über diese Befreiung!

  2. falsch es waren 20millionen

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