Gerade als angehender Sozialwissenschaftler wundert man sich häufig über befremdlich fremde Terminologien. So z.B. bei Max Schelers Idealfaktoren und Realfaktoren, die man verlürzt auch mit Zweck und Mittel übersetzen könnte. Oder in den Wirtschaftswissenschaften, und vermehrt noch in der freien Wirtschaft: Der – vor allem in der Werbung zur Schau getragene – Fachjargon hilft keinem. Dem spürt Wolf Schneider in diesem FAZ-Interview nach. Zitat:
Haben Sie ein Beispiel?
Wie wäre es damit: „Mit dem Ziel, die Aktienpapiere auszuwählen, die das höchste Ertragspotential aufweisen, legen die Strukturierungsexperten einen quantitativen Prozess zugrunde.“ Haben sie vielleicht Zahlen verglichen? Das ist hemmungsloses Imponiergehabe mit Fachwörtern, totale Gleichgültigkeit gegenüber dem Aufnahmevermögen der Adressaten und eine komplette Verweigerung jeglicher Sprachökonomie.
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Guter Ansatz. Sehr guter Ansatz. Das Wort Sprachökonomie gefällt mir. Fachbücher sind teilweise einfach nicht lesbar, da sie mit Fachbegriffen nur so um sich schleudern, ohne diese im Vorfeld ansatzweise zu erklären.
Die Entschlüsselung eines Textes, der eigentlich einen nicht allzu schwer nachvollziehbaren Sachverhalt erläutert, ist einach nur zeit- und nervtötend. Das bedeutet beispielsweise in der Medizin: Standardwerk vs. Kurzlehrbuch. Verworrenes Fachgesimpel in ellenlangen Verschachtelungssätzen vs. einfache, strukturierte Sprache. Komischerweise schneiden auch die Studenten, die sich mit den sprachlich “einfach” gehaltenen Büchern vorbereitet haben, meines Erachtens besser ab. Wohlgemerkt: Es sind die gleichen Sachverhalte. Nur eben anders erklärt. Und der Schlüssel zu einer “anderen” Erläuterung ist die Sprachgestaltung/ sprachliche Aufbereitung.
Daumen hoch. Da ht mir der Blog mal wieder aus der Seele gesprochen…
Na das freut mich doch ^^. Alles Gute zum Geburtstag übrigens, nur ganz nebenbei.