Teufel und Beelzebub

Windows XP soll ausrangiert werden. An und für sich eine ausgezeichnete Nachricht: Der Schrott kommt endlich dahin, wo er hingehört. Ich darf das sagen, denn ich war a) primär Geschädigter, da ich XP mehr als zwei Jahre selbst benutzt habe, und b) sekundär Geschädigter, weil ich bis vor Kurzem den XP-Rechner meiner Eltern verwalten musste. Die schlechte Nachricht ist: Windows Vista bleibt.

Kein Produkt ist für Microsoft so wichtig wie Windows, das Programm, das so etwas wie das Rückgrat eines Personal Computers bildet und den Betrieb des Rechners mit einer Reihe von Anwendungen steuert. Die Software läuft auf mehr als 90 Prozent aller Personal Computer in der Welt. Ob die Rechner nun von Dell oder von Hewlett-Packard kommen: Sie haben Windows als Standard installiert, und beim Verkauf der Computer macht Microsoft fast automatisch Umsätze.

Ich unterlasse es an dieser Stelle mal, mich über diese sinnlose und ungerechtfertigte Monopolstellung aufzuregen. Denn andere regen sich schon genug auf: Nämlich die, die unbedingt am Vorgänger XP festhalten wollen. Das versteht man als Linux-Benutzer gar nicht: Man freut sich einfach jeden Tag über ein funktionierendes System, und wenn mal was nicht klappt, zerhaut einem das wenigstens nicht das ganze Betriebssystem. Außerdem muss man nicht Meilen laufen oder MalShareware installieren, um eine neue Software zu bekommen: Die liefert einem APT. Ganz schnell, komplikationsfrei über die Konsole und regulär auch kostenfrei. Wo also ist in dieser IT-Welt eigentlich noch Platz für Microsofts “Spitzenprodukt”?

Die Faz zitiert – nicht gerade glücklich – Rob Enderle:

„Windows wird nicht von heute auf morgen verschwinden, aber es wird auf längere Sicht an Bedeutung verlieren.“

Das lässt sich ja nur hoffen.

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