Investigative Recherche von Zuhause aus: Vier Wochen “Junge Freiheit”

14.6.08: Ein Werbebrief der “Jungen Freiheit” flatterte mir heute ins Haus: Ich solle doch wegen des “gefährlichen Linksrucks” der Republik ein Vier-Wochen-Probeabonnement beziehen und mir selbst ein objektives Bild der Umstände machen. Besonders schöner Satz am Ende:

“PS: Bitte antworten Sie möglichst heute noch. Der Linksruck in Deutschland verlangt jetzt von allen Patrioten den Einsatz für unser deutsches Vaterland.”

Solche rechtsaußen-Mainstream-Medien finde ich ja immer klasse, die Sezession hab ich auch schon einmal gekauft (wegen einer Ernst Jünger-Sonderausgabe) und freue mich seitdem über Mails von der “Konservativ Subversiven Aktion” (Achtung! Javascript!). Das ist so hanebüchen, dass man sich als Politikwissenschaftler nicht mal ansatzweise damit befasst. Das Abo nehme ich dennoch, und erstelle hier einen “Erlebnisbericht”, der dann am Ende der Bezugsphase veröffentlicht wird. Briefmarke auf eigene Rechnung? Pah, die Konservative Revolution hat’s doch! Im Folgenden meine – soviel darf ich vorwegnehmen: sehr amüsanten – Erlebnisse mit der JF.

Ausgabe 27/08: Geklappt hat’s: Heute, am Freitag, den 27.6., kam die erste Ausgabe. Mir ist die Lektüre allerdings zu peinlich für öffentliche Verkehrsmittel (falls denn überhaupt jemand das Blättchen kennt) und daher lese ich dort ein Buch über “Schlechte[n] Sex“. Zu Hause widme ich mich dann dem jungkonservativen Blättchen, Titelthema: Die CSU hat ihre Funktion als “konservatives Korrektiv” verloren. Stimmt. Aber wen interessiert das? Eine Partei, die öffentlich mit Witzfiguren wie Stoiber, Söder, Beckstein, Huber aufwartet, dürfte ganz andere Probleme haben. Der Leitartikler Kurt Zach beschwert sich außerdem, dass ein CSU-Politiker – dass es sich um Innenminister Herrmann handelt spielt zunächst einmal keine Rolle – erst auf konservative Werte pocht, dann aber “gegen Rechts marschiert”. Und recht hat er: Das Menschenbild der Konservativen und der Neonazis unterscheidet sich nicht sonderlich. Würden das mehr Politiker der Ehrlichkeit halber zugeben – es stünde schlecht um die Union.
Abgesehen von diesem Artikel findet sich kaum Bemerkenswertes, eher JF-Standard: Die Kirche wird zu liberal, die EU ist ein Machwerk von Profiteuren, die Gründung der Bundesrepublik war ein alliierter Gewaltakt. Achja, und etwas Neues: Der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele ist eine rationale und vor allem richtige Entscheidung.

Ausgabe 28/08: In der darauffolgenden Woche gab es leider keine Ausgabe, vielleicht wurde sie geklaut. Bestimmt ein Propagandaverbrechen. Leider habe ich das zu spät bemerkt und erst am 8.7. den Abo-Service kontaktiert:

Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund von momentanem allgemeinem Stress fiel mir erst heute auf, dass in der letzten Woche keine Ausgabe der “Jungen Freiheit” in meinem Briefkasten lag (Ausgabe 28/08). Ich beziehe momentan das nach vier Wochen automatisch endende Probeabonnement, meine Kundennummer lautet xxxxxx. Der Bezug sollte allerdings erst mit dem 18. Juli enden; ist das ein Fehler des Zustelldienstes, oder wurde mir die Zeitung geklaut? Bei dem “multikulturellen” Anstrich meiner Wohngegend würde mich das nicht wundern…

Mit bestem Dank im Voraus für die Aufklärungsarbeit

und freundlichen Grüßen

Dennis Schmolk

Die Spitze mit dem multikulturellen Umfeld konnte ich mir nicht verkneifen. Als Antwort erhielt ich leider nur den Hinweis, man werde mir die Ausgabe zukommen lassen.

Ausgabe 29/08: Auffallendes Titelthema: “Das Netz bestimmt uns”. Was inhaltlich mit diesem technophob wirkenden Titel verbunden ist, unterscheidet sich allerdings kaum von der allgemeinen Selbstskepsis des “Web 2.0″: Das Medium ist eben in einer Reflexionsphase. Und Printmedien sind – schon aus Gründen des Selbsterhalts – nochmal eine Nummer skeptischer. Einzig, dass in einem der drei assoziierten Texte etwas von Nazis bzw. der medialen Präsenz einer Anti-Nazi-Bewegung steht, unterscheidet die JF hier von anderen Zeitungen. Und auch, wenn auf Seite 20 Das StudiVZ besprochen wird, thematisiert die Zeitung völlig aus dem Zusammenhang heraus das niedrige sprachliche Niveau von “Anti-rechts-Gruppen” – und schreibt fast etwas bedauernd, dass NPD und REPs nur ein paar ungenügend besetzte Gruppen haben.
Ansonsten Lamenti über ungerechte Politik und Justiz, also zu lasche Urteile gegen Schläger “mit Migrationshintergrund” (der Münchner Fall in der U-Bahn) und zu harte Justiz gegen “stramme Patrioten”. In zwei Überschriften findet man den Namen Hitler (”Hitler und das Loch Ness”, S.1; “Als Hitler der Kragen platzte”, S.14). Anti-EU-Meinungen, Pro Katholizismus (undgegen Roger Kusch), Geschichtdeutungen am Rande des Mainstreams. Spektakulär ist das nicht. Weder ein Grund, das Blättchen zu lesen, noch, ihm eine solche politische oder mediale Wirkung zuzuschreiben, dass man dagegen angehen muss.
Einzig etwas anrüchtig scheint eine Besprechung von Klaus Lohrmanns Buch über den Antisemitismus; unkommentiert zitiert die implizit christliche JF folgende Passage: “Der Antisemitismus, notiert Lohrmann, käme somit aus ”den Grundlagen der europäisch-christlichen Kultur””. Was will man damit sagen?
Und etwas verwunderte mich auch noch, wieso Götz Werner seine – durchaus ehrenwerten – Ansichten zum Thema Grundeinkommen ausgerechnet in der JF platzieren muss. Öffentlichkeitsarbeit schön und gut, aber schadet er damit nicht seinem Anliegen?

Ausgabe 30/08: Ich beginne – wie üblich – mit dem “KULTUR”-Teil. Und stelle fest: Ohne NS-Themen kommt man hier nicht einmal bei einem Götz-George-Portrait aus. Nur so rettet die Herausgeberschaft das Triviale ins Provokante. Genauso beim Beitrag zum Dichter Uwe Lammla (der auch eine “Heimseite” betreibt): Das einzig Bemerkenswerte ist hier die etwas modrige Ästhetik des 19. Jhds. Sekundärtugenden werden gefeiert (so im doppelseitigen Artikel über den Jagdflieger Mölders) und dabei jedglicher Bezug zu totalitären Systemen geleugnet, genauer gesagt: Es wird die Verführungshypothese ausgeweitet vom breiten Volk auf die Offiziere, und rundheraus behauptet, deren ehrenhafte Einstellung sei von den Nazis “mißbraucht oder ‘instrumentalisiert’” worden. Nach vier Wochen Lektüre stelle ich allerdings fest, dass mich die bloße Tatsache nicht mehr verwundert, dass einem unbekannten Jagdflieger des 2. WK die Doppelseite einer Wochenzeitung gewidmet wird. Emotional aufgewühlt hat mich dann ein anderer Kommentar: Bei Prior Dr. Thomas Jatzkowskis Kirchen-Apologie musste ich lauthals lachen. Seine Ansichten sind – für eine gläubige Position – sicherlich richtig. Deswegen verstehe ich nicht, warum in Deutschland nicht jeder sich offen zu einer Religion Bekennende unter der Überwachung des Verfassungsschutzes steht. (Womit ich weder der Überwachung noch dem Verfassungsschutz das Wort reden möchte. Eine rationalere Position zu Kirche und Religion findet sich hier.)
Der Politikteil erlaubt diesmal eine recht einheitliche Linie zu destillieren, die den politischen Charakter der JF darstellt: Rechts von den Unionsparteien, kirchennah, gegen Asylanten und Ausländer, aber auch gegen Integrationsbemühungen. Nazis sind schlecht, aber keine Gefahr; heute gibt es derer sowieso nicht mehr viele, und wenn, dann sind ihre Anliegen berechtigt; Wehrmacht und Volk im Dritten Reich waren unschuldige Opfer, die ihren eigenen Tugenden zum Opfer fielen.

Fazit: Was bleibt von vier Wochen “Junge Freiheit”? Nicht viel. Spannend und kontrovers ist das nicht, auch wenn sich die sonstige Medienlandschaft gern darüber aufregt. Nach meinem Empfinden vollkommen unbegründet. Ein Sektiererblatt ein Stückchen rechts vom Mainstream, das es versteht, mit NS-Bezügen und Deutschtümelei einen Nerv zu treffen – und zwar vor allem bei seinen (selbsterklärten) Gegnern. Ohne deren Reaktionen käme es vermutlich nicht mehr zu so viel Öffentlichkeitswirkung. Man treibt dem Blatt die Leser in die Arme, denn diese schätzen wohl vor allem das Gemeinschaftsgefühl, das aus der Ausgrenzung erwächst, und die Provokation, an der sie partizipieren.

Abschließend darf ich hoffen, dass ich wegen der ganzen Aktion keinen Besuch anwohnender konservativer Revolutionäre bekomme.

Links:

5 Antworten

  1. Lustig, habe gerade das gleiche Erlebnis wie Sie. Ebenfalls Post vom Fürsten erhalten und dann 4 Ausgaben kostenlos bestellt. Übrigens bekommt man die auch ganz ohne Post vom Ferdinand. Meine Kurzkritik:

    Ausgabe 27/08

    Leitartikel: Könnte als normaler Artikel auch in jeder anderen bürgerlichen Zeitung stehen. Ist etwas einseitig hinsichtlich der Funktion der CSU als rechtskonservativer Stimmenholer für die Gesamtunion.

    Meinungsseite: Interessant, es schreiben Deschner von der “Welt”, Bestseller Frederick Forsyth und der Ex-Sozi Ammon.

    Interviews: Das mit Declan Ganley fand ich wirklich instruktiv. Mir war die Position des Hauptinitiators des irischen “No” so nicht bekannt. Das Interview mit dem Papierfabrikanten war nicht weiter spannend.

    Politikteil: Interessant, daß Stein beim Bismarckbund spricht und dessen Vorsitzender CDU-Politiker ist. Ebenfalls interessant der Verweis auf die Miegel-Studie.

    Rest nicht so wichtig.

    Ausgabe 28/08

    Leitartikel von FAZ-Feldmeyer hätte auch im Politteil der Welt oder FAZ stehen können. Steins Leitkommentar gegen Rechtsausleger und Sterbehelfer Kusch.

    Meinungsseite: Es schreiben CSU MdB Geis, ein Ex-Vorsitzender Richter am Landgericht und ein Mitbegründer der Grünen.

    Interview mit JF-Werber Bismarck zeigt wohl ganz gut, wer die Leser sind. Von der CDU enttäuschtes (Groß-)Bürgertum. Passend daher auch das Kurzinterview mit den RCDS und Schüler Unions Vorsitzenden. Sowie die Artikel zur Bildungspolitik in HH und Berlin.

    Die Wirtschaftsseite feiert 60 Jahre soziale Marktwirtschaft mit, lobt private Krankenversicherungen und freut sich über Merz.

    Kulturteil fand ich im Gegensatz zu 27/08 komplett interessant. Anspruchsvoll.

    Ausgabe 29/08

    Leitartikel war daneben, wird aber durchs Interview mit Eli Noam gerade gerückt. Im ersten Teil interessant für mich “Schule ohne Rassismus” und die Hajek-Tage. Im Kulturteil der deutsch-französische Schulbuchvergleich.

    Ausgabe 30/08

    Die JF ist wohl insgesamt das deutsche Blatt für die 20. Juli Heldenverehrung. Stauffenberg an allen Ecken und Enden. Interessant die Riesenanzeige von Vatican News, der Artikel über das Hamburger Schanzenviertel. Total merkwürdige Anzeige auf Seite 20 links unten.

    Bisheriger Gesamteindruck:

    Stark konservative Grundlinie mit Einfärbungen ins christliche, liberale, libertäre, nationale, ökologische. Parteipolitisch wäre es die Strauß/Dregger-Union, da es die nicht mehr gibt hat man es schwer, hofft auf Merz. Den Leserbriefen nach zu urteilen haben sich die Leser von der Hoffnung auf die Union schon etwas deutlicher abgesetzt, als die Redaktion. Für die CDU-Strategen dürfte es interessant sein das Blatt auszuwerten und zu sehen, wohin sich ihre treusten Wähler verabschieden.

    Rechtsextremes konnte ich keiner Ausgabe lesen. Die Aufregeung um und über das Blatt kann ich nicht nachvollziehen. Für Konservative dürfte die JF eine gute Ergänzung zu FAZ und Cicero sein. Ansonsten steht es für 3,30 Euro auf der Kippe, ob man das Blatt jede Woche lesen muß. Kann sein, daß ich noch ein billiges Kurzabo hinterher nehme. Mal sehen.

  2. Bin ebenfalls Probe-Abonnent nach Bismarck-Brief. Hatte das Blatt aber vor ungefähr zwei, drei Jahren schon mal zur Probe. Ich fand sie damals einigermaßen interessant, für mich als Agenda-Sozi aber keine Zeitung die ich – damals noch als Student – extra kaufen würde. Wer nicht selbst konservativ bis auf die Knochen ist, für den reichen sicherlich die freien Online-Artikel und das freie Archiv.

    Mal ungeordnet, was mir auffiel:

    Kult um von Stauffenberg und den nationalkonservativen Widerstand gegen Hitler. Es gibt Bücher, Plakate, Interviews und Artikel am laufendem Band. Das die Zeitung ihn als positiven Bezugspunkt deutscher Geschichte hochhält finde ich gut, daß er fast schon zur Ikone gemacht wird grenzwertig.

    Insgesamt sehr viel geschichtliches und geschichtspolitisches.

    Sehr wenige Anzeigen. Viel Eigenwerbung.

    Im Kulturteil sehr schwankend. Einige wirklich gute und anregende Artikel. Viele Geburts- und Sterbetage als Artikelanlaß. Der Mix aus aktuellem und diesen Geburtstagsartikeln stimmt manchmal nicht so richtig. Gut gefallen hat mir die Bild-Auswahl, bzw. die Qualität der Bildwiedergabe. Die Leserbriefseite ist kein Vergleich zur FAZ. Die Medienseite schwach. Die Kolumne “Pankraz” hingegen lesenswert.

    Im Politikteil fallen vor allem die Interviews auf. Die Meinungsseite ist insofern interessant, als daß sie das gesamte (demokratisch-) rechte Spektrum abdeckt. Wer also wissen will, wie der rechte Flügel von CDU, CSU und FDP tickt, wird fündig.

    Weiterhin auffällig ist, WER da alles schreibt. Wenn man einige Autoren mal googelt, geben sich dort Professoren, Welt- und FAZ-Redakteure die Klinke in die Hand. An Autoren fallen ferner auf: Doris Neujahr, die sehr präzise formuliert und einige kluge und ätzende Beiträge liefert. Rohbohm scheint ein Vielschreiber und rasender Reporter der JF zu sein, manches ist etwas flach und paßt nicht immer ganz zum ansonsten sehr intellektuellem Ton des Blatts, aber es ist im Vergleich zum Rest durch den reportageartigen Stil etwas schneller zu lesen. Deschner und Krause sind recht profund und alte Welt/FAZ-Schule. Uhrhammers Artikel überdie die Hamburger Schanze war mal ne andere (durchaus richtige) Perspektive. Bärbel Richters Internet-Leitartikel war reichlich schlecht. Paul Rosen kann genauso in irgendeiner regionalen Tageszeitung schreiben. Freitag und Rosen scheinen auf jeden Fall Verbindungen in die Union zu haben.

    Alles in Allem: Das Blatt ist irgendwo zwischen rechtsliberal, christlich-konservativ, patriotisch, gehoben bürgerlich anzusiedeln. Der intellektuelle Anspruch ist hoch und wird meistens eingehalten. Man versucht die Themen zu varieren, kommt aber meist immer wieder aufs konservative, christliche oder patriotische zurück. Es gibt aber auch einige Artikel vollkommen ohne politische Ausrichtung (sowohl Thema, als auch Aufbereitung). Rechtsextrem ist die Zeitung aber sicher nicht – jedenfalls nicht die Ausgaben die mir vorliegen. @Tutzer schrieb “Für Konservative dürfte die JF eine gute Ergänzung zu FAZ und Cicero sein” und @Schmolk schrieb “ein Stückchen rechts vom mainstream”. Das sehe ich auch so. Die JF ist aus meiner Sicht eine Art “Mini-ZEIT” für Konservative. Nicht so prollig wie pi-news.net, nicht so “Salon” wie der Cicero, nicht so umfangreich und vielseitig wie die FAS, aber die Grenze zu lohneswert überschreitet sie m.E. schon. Kernzielgruppe dürften CDU Wähler sein, denen ihr Laden zu “lasch” und die NPD zu extrem und rassistisch ist. @Schmolk hat ferner recht, wenn er schreibt “Gemeinschaftsgeühl, das aus Ausgrenzung erwächst”. Ja, den Eindruck kann man bekommen. Allerdings – und da widerspreche ich vehement – der “Kampf gegen rechts” ist natürlich auch eine Ausgrenzung. Ist doch klar, daß sich rechts der Mitte die Leute dann entweder (wie die CDU) als Mitte bezeichnen, um dem Stigma “rechts” zu entgehen, oder wie die JF aus einer Art Wagenburg für die Differenzierung zwischen rechts und rechtsextrem kämpfen. Von daher @Schmolk, finde ich auch ihre Gleichsetzungen von Konservativen und Nazis zu einem dumm und zum anderen nicht wirklich förderlich. Die JF ist weder besonders hochzujubeln, noch ist sie irgendwie durch etremistisches Gedankengut “gefährlich”. Sie ist eine Quelle unter vielen um sich zu informieren und durch ihre besondere Stellung, die einzige Zeitung im demokratisch rechten, konservativen Lager zu sein, interessant um zu wissen, wie der politische Gegner denkt.

    Ein Artikel zur JF aus “meiner” Zeitung: http://b-republik.de/b-republik.php/cat/8/aid/1271/title/Die_Junge_Freiheit_und_ihre_Gegner

  3. @ Konstantin: Um eine Gleichsetzung der Lager ging es mir nicht, lediglich darum, dass das Menschenbild jener Parteigänger im rechtskonservativen Spektrum nicht so weit von dem abweicht, das rechtsaußen herrscht, wie gerne behauptet wird.

  4. @Konstantin

    Zunächst mal danke für Ihren links. Diese SPD-Zeitung kannte ich ehrlich gesagt noch gar nicht. Das selbst Teile der SPD mitlerweile die Junge Freiheit nicht mehr angreifen, sondern in Schutz nehmen finde ich spannend. Gerade wo doch Edathy sich noch darüber aufregt, daß die JF im Presseverteiler der Bundestages verwertet wird.
    Mit Ihren Bewertungen bin ich ziemlich deckungsgleich. Es wird nur ein äußerst temporärer Vorteil sein, die Konservativen durch den Kampf gegen rechts in die Ecke zu drängen, da kann auch irgendwann der Kessel platzen. Besser ist es mit ihnen zusammen gegen Extremisten als solches vorzugehen. Ich selbst würde mich am liberalen Rand der CDU ansiedeln, sehe aber durchaus eine Berechtigung für konservatives, meinetwegen auch nationalkonservatives Gedankengut. da muß man nicht gleich mit der Faschismus-Keule draufschlagen. Was mich ehrlich gesagt erschreckt, ist eine merkwürdiege Allianz von sogenannter Zivilgesellschaft, Parteien, Medien und Teilen des Staates im Zuge des Auffstandes der Anständigen. Das hat semi-totalitäre Züge. Natürlich nervt das dauerende Rumgejammer der JF und anderen Rechten über die politische Korrektheit, aber mit manchen haben sie gerade auch aus liberaler Sicht recht. Wenn man mal abstahiert, daß das zum Teil ein Jammern über eigene Schwächen und Fehler der Konservativen ist, die ja nicht mal in der CDU mehr wirklich ein Bein auf den Boden bekommen, dann bleibt da trotzdem noch eine Menge, wenn man sich um den Bestand unserer FDGO sorgt.

    @anouphagos
    Sie machen m.E. einen Fehler, wenn Sie Rechtsextreme (sie schrieben Nazis) und (Rechts-)Konservative in einen Topf werfen. Das wäre so, als würde ich schreiben Sozis und Stalinisten sind fast das gleiche.

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