Twitter und was das alles soll

Ich weiß, noch einen Metaartikel zum Thema Twitter braucht es nicht. (Das hier dient auch eher zu meiner persönlichen Entscheidungsfindung -  das Bloggen als Tagebuch über das Webleben.) Aber ich persönlich finde Twitter sinnlos, was vermutlich auch daran liegt, dass niemand in meinem RL-Umfeld twittert.

Erstmal zu Dingen, für die ich mir vorstellen könnte, Twitter zu benutzen (ein paar Anregungen habe ich hier geklaut):

  • Wie im Rollenspielblog im Kommentarbereich angesprochen könnte man ein “Ein-Zeilen-Echtzeit-Rollenspiel” spielen, wann immer man an seinem Rechner sitzt. Würde sich für eine dezentrale Shadowrun-Live-Chronik im Jahre 2008 eignen.
  • Blogging von unterwegs, um es sich zu ersparen, SMS an zig Empfänger zu verschicken. (Bsp.: Koordinierung auf Messen oder LARP im Park.)
  • Andere one-on-many-Anwendungen wie die massenhafte Information an die Spieler, rechtzeitig zum RPG zu erscheinen oder die WG, fürs gemeinsame Abendessen einzukaufen. Bei einem großen Netzwerk auch: Informationsbeschaffung bzw. -austausch. Man erreicht mehr Leute. dazu habe ich hier kommentiert.
  • Microjournalismus: Man kann live ins Web berichten, auch wenn man keinen Computer zur Verfügung hat. Echtzeitjournalismus lebe hoch!
  • Selfexpression: Wenn ich mir nach bestandenem Bachelor oder Autounfall (was ist wohl schlimmer?) ganz groß vorkomme, kann ich das aller Welt mitteilen.

Alles schön und gut, eine schöne Spielerei. Als deutsch sozialisierter Mediennutzer muss ich natürlich jetzt das Aber dagegen setzen, dass es mehr als eine Spielerei auch nicht ist. Völlig trivial – wie die meiste Kommunikation. Aber irgendwie macht mir persönlich diese Kommunikation keinen großen Spaß.

Und der große Nachteil: Ohne günstige Verteilung dieser Informationen per SMS ist es mit alldem nicht weit her. Für RSS-Sachen eignen sich herkömmliche Blogs imho mehr. Und warum? Weil es keine vernünftige (also rationale, bedienbare und rationelle, bezahlbare) Möglichkeit gibt, unterwegs den vollen funktionsumfang des Internets (oder auch nur des Web) zu nutzen.

So, jetzt hänge ich wieder eine Stunde an 2.0-Recherche anstatt mich mal mit Grundlagentexten meines “Readers Neue Medien” auseinandergesetzt zu haben. Verdammte Axt. Naja, vielleicht erklärt mir ja nochmal jemand twitter und warum ich das verwenden sollte.

Eine Antwort

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