Zeitnahe erschienen jeweils ein Artikel in der Telepolis und bei opponent.de, die sich mit der Form des Internets auseinandersetzen. Beide verwenden dabei (gegen)staatsrechtliche Begriffe: Einmal den Libertarismus, einmal die Meritokratie. Der These, dass das Internet sich quasi libertär entwickelt hat, stimme ich zu. (Und wenn man sich ansieht, wie dominant Microsoft auf der Benutzerbene ist, weiß ich nicht, wie gut ich dies finden soll.) Ich glaube nur einfach nicht, dass das so weiter geht. Ich habe diesen Artikel bei de.bug schonmal zitiert, und ich tue es wieder:
Das Internet, wie wir es kennen und lieben gelernt haben, ist ein Auslaufmodell. Seine heute noch weitgehend offene Struktur wird in Zukunft durch Filter, Barrieren und Mautstationen eher einem Labyrinth ähneln, dessen Durchlässigkeit sich je nach Staatszugehörigkeit, Liquidität und Hartnäckigkeit des Nutzers unterscheidet. Das Szenario ist zwar noch kein ausgemachte Sache, aber es wird immer wahrscheinlicher. Denn zum einen wächst bei den entscheidenden Akteuren das Bedürfnis den anarchischen Datenfluss zu kontrollieren. Netzbetreiber, Rechteinhaber und Serviceanbieter versprechen sich davon neue Einnahmenquellen, während Staaten ihre feuchten Überwachungsträume verwirklichen wollen.
Wahrscheinlicher scheint mir da schon, dass die Mechanismen erhalten bleiben, die bei der TP geschildert werden: Linkpotential und dessen Nutzung.
Daraus folgt mathematisch, dass die Anzahl der verweisenden Links (inklusive derer von toten Seiten) im Laufe des Lebens einer Website polynomisch wachsen muss. In einem logarithmischen Koordinatensystem entspricht der Anstieg der Wachstumsgeraden dem Talent oder der Fitness der Seite. Verteilt ist diese Fitness allerdings wieder exponentiell: Einige Seiten weisen ein hohes Talent auf – die allermeisten jedoch liegen im niedrigen Bereich. Das zeigt sich auch darin, dass im Beobachtungszeitraum fast alle überwachten Seiten keine neuen Links mehr hinzubekamen. Einige wenige hingegen erhielten sehr viele neue Links.[...]
Wie wird eine Website dann zum Gewinner? Die Forscher analysierten die 1000 am besten abschneidenden Seiten ihres Datensets separat. Von diesen 1000 Gewinnern erwiesen sich immerhin 48 Prozent als “talentierte Gewinner” – die Forscher meinen damit Seiten, die trotz schlechterer Voraussetzungen durch Qualität an die Spitze gekommen sind. Das ist besonders erstaunlich, weil wirklich qualitätvolle Seiten auch rein nach der Statistik exponentiell selten sind. In Suchmaschinen, die üblicherweise vor allem die Erfahrung (“Page Rank”) berücksichtigen, sind solche Seiten noch unterrepräsentiert. Künftige Algorithmen, schlagen die Wissenschaftler vor, sollten auch das Talent einer Seite berücksichtigen.
Bei Spreeblick findet sich dann wieder die etwas gewagte These, das Internet sei
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