Interview mit Hofstadter

[E]s wird wohl noch sehr lange dauern, bis ein Programm den sogenannten Turing-Test besteht. Dabei geht es darum, dass ein intelligenter Mensch durch einen längeren, offenen Austausch über verschiedenste Themen herausfinden soll, ob er es mit einem Menschen oder einer Maschine zu tun hat. Bisher ist es noch keinem Programm gelungen, sich als Mensch auszugeben. Denken Sie einmal an andere menschliche Fähigkeiten, zum Beispiel das Betrachten eines Stilllebens. Es gibt kein einziges Programm, das etwas mit einem Stillleben anzufangen wüsste. Nicht einmal in Ansätzen.

Korrekt, aber sagt das etwas über künstliche Intelligenz? Nein. Es sagt etwas über die Machbarkeit künstlicher Menschen. Unbedingt lesenswert.

Hofstadter: Nein, das meine ich ganz wörtlich. Meinem Verständnis nach ist eine individuelle Seele oder ein menschliches Ich – ich verwende diese beiden Begriffe, als seien sie austauschbar – in vielen menschlichen Gehirnen gleichzeitig beheimatet. Natürlich gibt es so etwas wie ein Hauptquartier für jedes Ich, das eigene Hirn, aber gleichzeitig sind die Muster und Prozesse, die mein Ich ausmachen, auch in anderen Hirnen präsent.

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