Die Verbotskeule hilft nicht. (Genausowenig übrigens künstlich in die Höhe getriebene Preise – wie man am illegalen Rauschgiftmarkt oder den legalen Rauschgiftmärkten bspw. in Skandinavien sieht.) Werbeverbote sowieso nicht, einerseits wegen unsrer Medien und andererseits weil im speziellen Falle die Produktpalette als Ganzes (!) keiner Werbung bedarf. Der Werbeblogger analysiert das noch tiefergreifend (oder tiefgreifender?). Verbote befreien höchstens subjektiv und kurzzeitig von der eigenen Verantwortung – und damit aber auch vom eigenen Lernprozess:
Letztlich sind wir alle selbst gefordert, mit den Verführungen unserer Konsumgesellschaft umzugehen und das richtige Maß zu finden, unverkrampft und undogmatisch. Werbung ist (meistens) eine Konstruktion künstlicher Welten, ebenso wie Computerspiele oder Action-Filme, die Gewalt inszenieren, aber auch ein klassischer Roman ist Fiktion, genauso wie gelegentlich die Schlagzeilen auflagengeiler Boulevardtitel.
Kritisch befasst sich dagegen ein Artikel aus der FAZ mit einem ähnlich gelagerten Thema: dem Nichtraucherschutz und dem Einfluss des Tabakindustrie. Ist Deutschland tatsächlich die bremsende Marionette dieses Wirtschaftszweiges? Oder denkt das Land noch nach (und bezieht dabei – wie überall sonst auch – Wirtschaftsinteresen mit ein) – im Gegensatz zu anderen?
Festzuhalten ist: Tabak und Alkoholika sind ausgesprochen schädliche Drogen mit einem eher unspektakulären Rausch und vielen Nebenwirkungen. Würde man sich rational entscheiden, müsste man sicher andere Drogen wählen als ausgerechnet diese beiden. Macht aber keiner. Politik ist nicht rationale Entscheidungsfindung zum Besten der Staaten (oder gar der Menschen), es ist ein Spiel der Interessen.
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